Wie funktioniert eine Bürgschaft

Immer mehr Vermieter akzeptieren bei der Anmietung einer Wohnung mittlerweile Bürgschaften. Sie können jedoch frei entscheiden, ob sie eine Bürgschaft annehmen oder lieber auf einer Kaution in Form einer Überweisung oder Barzahlung bestehen. Wobei die Kaution maximal 3 Kaltmieten betragen darf und von dem neuen Mieter in 3 gleichen Raten gezahlt werden kann.
Doch was ist eigentlich eine Bürgschaft und wo ist der Unterschied zu einer Kaution zu finden. Eine Mietkaution beispielhaft wird in einem oder 3 gleichen Beträgen bar (entweder direkt mit Bargeld oder per Überweisung) auf ein Treuhandkonto des Vermieters bezahlt. Das bedeutet letztlich, dass der neue Mieter zunächst dieses Geld fest hinterlegen muss und es erst wieder nach dem Auszug (sofern es keinen anrechenbaren Verbindlichkeiten gibt) ausgezahlt wird. Zwar erfolgt eine Verzinsung, diese ist aber minimal, da der Betrag meistens auf einem reinen Sparkonto deponiert wird. Die klassische Kaution ist damit ein Verlustgeschäft. Auch für den Vermieter, der wesentlich mehr Aufwand mit der Verwaltung hat.

Das ist eine Bürgschaft

Die Bürgschaft ist in vielen Formen zu finden. Vor allem als Alternative zu einer Kaution bei Vermietungen. Eine dritte Person, meistens eine Bank oder eine Versicherungsgesellschaft (aber auch natürliche Personen, zum Beispiel Eltern, Verwandte, etc.) geben ein Versprechen an den Vermieter, dass sie für eventuelle Verbindlichkeiten durch den Mieter aufkommen.
Nicht nur bei der Vermietung lässt sich die Bürgschaft finden. So finden wir die Definition Bürgschaft auch direkt bei Krediten. Das ist zum Beispiel immer dann der Fall, wenn die Bonität des Antragstellers oder dessen Sicherheiten in Bezug zur gewünschten Kreditsumme nicht ausreichend sind. Häufig gibt es dann zwei Wege. Der Kredit wird entweder abgelehnt oder aber die Bank fordert einen Bürgen. Also eine Person mit guter Bonität (Einkommen, Sicherheiten), die sich bereit erklärt, für den Kreditnehmer zu bürgen.

Wer kommt als Bürge in Frage

Grundsätzlich muss die zu bürgende Person über eine gute Bonität verfügen, sowie über ein entsprechendes Einkommen. Eine Hausfrau oder ein Rentner, auch wenn dieser über eine feste Rente verfügt, kommen somit meistens nicht in Betracht. Ausnahmen können allerdings dann bestehen, wenn entsprechende Sicherheiten vorhanden sind.
Generell muss der Bürge volljährig sein, aber auch hier können Ausnahmen vorhanden sein.
Besonders beliebt sind Verwandte (z.B. Eltern) oder der Ehepartner, die als Bürgen auftreten können.

Wann haftet der Bürge

Grundsätzlich beginnt die Haftung immer dann, wenn der Kreditnehmer oder Mieter seinen Verpflichtungen nicht mehr nachkommt. Dabei ist unter mehreren Bürgschaftsformen zu unterscheiden. Bei einer sogenannten Höchstbürgschaft haftet der Bürge im Regelfall nur bis zur vereinbarten Maximalsumme.
In den meisten Fällen (wie bei Krediten und Mietverträgen) wird jedoch keine Maximalsumme festgelegt. Somit haftet der Bürge mit seinem kompletten Privatvermögen. Vorsicht ist daher immer geboten. Nehmen wir das Beispiel, das für einen Mieter gehaftet wird. In einem Rausch setzt dieser plötzlich seine Wohnung in Brand. Eine Versicherung besteht nicht, beziehungsweise lehnt die Begleichung ab. Der Bürge muss nun also für alle Kosten eintreten, wenn der Mieter diese nicht bezahlen kann. Das kann schnell in den 5 – 7. stelligen Betrag gehen.
Die Bürgschaft bleibt solange bestehen, wie vereinbart. In der Regel, bis der Kreditnehmer den Kredit vollkommen abgeleistet hat. Unter Umständen kann der Bürge auch durch einen anderen Bürge ersetzt werden, sofern der Kreditgeber dem neuen zustimmt.

Hat der Bürge überhaupt Rechte

Obwohl die Pflichten überwiegen, gibt es auch Rechte, die dem Bürgen zustehen. Muss er als Bürge einspringen, steht ihm ein Forderungsanspruch gegenüber dem Hauptschuldner zu. Allerdings hängt dieser Anspruch letztlich davon ab, ob der Hauptschuldner zahlen kann und vor allem will.
Der Ablauf ist jedoch oft so gestaltet, dass der Gläubiger zunächst das Vollstreckungsverfahren gegen den Hauptschuldner einleiten muss. Kann dieser die Forderung nicht oder nur teilweise bezahlen, kann er auf den Bürgen zugreifen.

Fazit

Generell sollte daher eine Bürgschaft im Vorfeld immer genau geprüft werden. Oft wird aus Vertrauen zu einem geliebten Menschen der Vertrag abgeschlossen. Vielfach sollte jedoch gerade dann große Skepsis herrschen.