Tagesgeld

Vor einigen Jahren war Tagesgeld das Non plus Ultra. Geändert hat sich seit dem vieles. Die Leitzinsen in der EU sind bei 0 Prozent. Der Wettbewerb rund um das Tagesgeldkonto ist enorm. Nicht nur deutsche Banken und Anbieter, sondern auch EU-Banken buhlen um jeden einzelnen Kunden. Dabei stellt sich die Frage, ob sich aktuell überhaupt noch Tagesgeld lohnt und wenn ja, wann?

Vor dem Banktermin informieren! Wie viel Sinn macht Tagesgeld?

Dieser Frage sind wir einmal nachgegangen.

Lohnt sich Tagesgeld fürs Sparen

Diese Frage lässt sich recht einfach beantworten. Wer ein Tagesgeldkonto rein für das Sparen nutzen will, sollte sich anderen Anlageformen zuwenden. Das Tagesgeld selbst eignet sich augenblicklich nicht, um Geld zu sparen. Grund sind die niedrigen Leitzinsen in der EU, die beim Tagesgeld zu einem lächerlichen Zins führen.

Sicher ist das Tagesgeld hingegen. Wer es für private Zwecke nutzt, ist über den Einlagensicherungsfonds bis zu 100.000 Euro in Europa abgesichert.

Immer der gleiche Trick beim Tagesgeld!

Besonders Neukunden müssen auf der Hut sein. In der Werbung gibt es diese Konten oft mit hohen Zinsen. Erst vor einigen Tagen entdeckten wir eine Bank die in der aktuellen Zinslage bei einer Einlage von bereits ab dem 1 Euro einen Zins von 1,6 Prozent anbot. Bitte nicht vergessen, wir befinden uns in einer Niedrigzinsphase. 1,6 Prozent für Geld, das der Kunde jederzeit ohne Bindungsfrist abheben kann, ist enorm viel. Doch mit einem genauen Blick, lässt sich der übliche Trick der Tagesgeld Anbieter vorfinden. So legen uns die Banken gerne rein!

Alle Banken und Institute mit diesen Anbietern, schreiben immer hohe Zinsen aus. Diese gelten aber nur für Neukunden. Und das nicht etwa auf Dauer oder für ein Jahr. Nein, in der Regel sind die ausgeschriebenen Zinsen für Neukunden nur zwischen 2 bis maximal 6 Monate gültig, bis dann der normale Zins, der auch für Bestandskunden gültig ist, gilt. So beginnt der Neukunde frohlockend mit einem Zins von 1,6 Prozent. Nach 4 Monaten fällt dieser dann auf 0,25 Prozent. Rechnet man nun noch die Inflationszinsen, ist das Tagesgeld ein Minusgeschäft für den Anleger.

Sparen wir auf Tagesgeld zum Minus

Wer ein solches Konto eröffnet, blickt auf den Zins. Nehmen wir einmal an, Sie wollen 10.000 Euro zu einem Zinssatz von 0,03 Prozent dort anlegen. Nach 2 Jahren erzielen Sie einen Verlust von 326 Euro.

Verlust von 326 Euro in 2 Jahren!

Der Grund: Mit den 0,03 Prozent Zins haben Sie zwar insgesamt nach 2 Jahren nun einen Kontostand von 10.006,00 Euro. Rechnen man nun aber die tatsächliche Inflationsrate von 1,7 Prozent ab, sind es effektiv nur noch 9.674,00 Euro.

Wann kann sich ein Tagesgeldkonto lohnen

Tagesgeld lohnt sich grundsätzlich wieder dann, wenn in dem EU Raum die Leitzinsen steigen. Davor macht es aber für das reine Sparen keinen Sinn. Eine Ausnahme könnte jedoch darin bestehen, dass jemand ein Nebenkonto zum normalen Girokonto sucht, auf das er immer am Monatsende übrig gebliebenes Geld deponieren kann. Der Vorteil beim Tagesgeldkonto liegt vor allem darin, dass es keine Bindefristen gibt. Der Sparer kann also jederzeit über das dort angelegte Geld verfügen. Zwar ist das grundsätzlich besser als auf dem normalen Girokonto, am Ende führt aber auch das Tagesgeldkonto ins Minus (rechnet man einmal den Inflationszins entgegen).

Wer Geld anlegen möchte, sollte ein Blick auf Aktien und Fonds werfen. Hier gilt aber auch Vorsicht. Beliebt sind vor allem Fondssparpläne, wobei jeden Monat ein fester Betrag investiert wird. Sinn machen diese aber nur, wenn der Betrag im Monat mindestens 100 Euro beträgt. Darunter fressen die Bearbeitungsgebühren den möglichen Zins wieder auf.

Wie funktioniert Tagesgeld

Der Ablauf bei einem Tagesgeldkonto ist einfach. Sie können dieses online eröffnen. Dabei handelt es sich um ein reines Sparkonto, nicht jedoch um Girokonto. Bedeutet, Sie können von ihrem Girokonto immer einen beliebigen Betrag auf das Tagesgeld überweisen. Wird das Geld wieder benötigt, kann eine Rücküberweisung auf das Referenzkonto erfolgen. Einzahlungen von Dritten sind in der Regel aber nicht möglich. Es gibt auf dem Markt aktuell nur 3 Anbieter, die auf dem klassischen Tagesgeldkonto auch Ein- und Auszahlung von und an Dritten ermöglichen. Generell wäre es auch bei anderen Konten dieser Art möglich, würde aber die Kontoführungsgebühr deutlich anheben. Und genau die liegt ja bei diesen Sparkonten in fast allen Fällen bei 0 Euro.

Es sei aber auch angemerkt, dass ein Tagesgeldkonto immer noch besser als das verstaubte Sparbuch ist, das tatsächlich immer noch von einigen Banken angeboten wird.