Kontoführungsgebühren

Schon seit Monaten erleben wir, dass die Kontoführungsgebühren wieder ansteigen. Viele Banken haben ihre Preise angepasst oder erheben erstmals direkte Gebühren. Andere führen indirekte Kontoführungsgebühren ein. Waren zum Beispiel Bargeldabhebungen am Automaten bis zu 6 Mal im Monat kostenlos, sind nun nur noch 2 Verfügungen ohne Kosten. Viele Verbraucher sind wütend und überlegen sich das Bankkonto zu wechseln? Dabei interessiert uns vor allem aus objektiver Sicht, ob ein Kontowechsel allein wegen den Kontoführungsgebühren Sinn macht.

Kontoführungsgebühr – Auch der Einkauf mit Karte wird teurer!

Kontoführungsgebühren – Wechsel der Bank sinnvoll

Viele werden diese Frage mit Ja beantworten, meistens aber einfach deswegen, da sie an einem Wechsel verdienen. Doch rein objektiv ist damit die Frage nicht beantwortet. Mit einem Girokonto Vergleich lässt sich vorab recht gut einmal der Markt überblicken. Welche Banken bieten noch das kostenlose Konto an und welche verlangen Gebühren. Ein solcher Vergleich kann also aus vielen Perspektiven sinnvoll sein.

Doch warum erheben Banken überhaupt Kontoführungsgebühren? Viele Bürger regen sich genau darüber auf. Dabei wird gerne vergessen, dass Anfang der 2000er Jahre und davor Kontoführungsgebühren völlig normal waren. Teilweise bezahlten private Verbraucher im Monat zwischen 5 – 20 Euro. Und damals fanden weit weniger Überweisungen statt. Gerne wird vergessen, dass die Kontoführung Gebühren verschlingt, die so oder so bezahlt werden müssen. Auch bei einem kostenlosen Konto entstanden natürlich Kosten, die bisher einfach nur anders umgeschlagen wurden. Dass die kostenlose Kontoführung sich derart verbreiten konnte, liegt an dem harten Wettbewerb in Deutschland. Über 2.000 Banken buhlen um Kunden. Viel zu viel. Das kostenlose Girokonto war aber praktisch eine Pflicht, um im Wettbewerb mitzuhalten. In Deutschland wurden Bankkunden durch den Wegfall der Kontoführungsgebühren verwöhnt. Vergessen wurde schnell, das es auch andere Zeiten gab.

Europäische Zentralbank ein Schuldiger

Kritiker sagen, Mario Draghi (EZB) behandle vor allem die Südeuropäer bevorzugt, da er selbst Italiener sein. Somit werde der Leitzins, der nun seit ein paar Jahren bei 0 Prozent im Euroraum liegt, weiter in dem Bereich gehalten, um die überschuldeten Euro-Länder am Leben zu halten. Italien gilt eigentlich schon lange als Konkurs-Staat. Aber am Ende ist alles immer eine Frage, wie Zahlen präsentiert und gelesen werden.

Die Niedrigzinspolitik hat aber für die starken Länder wie Deutschland und Österreich erhebliche Nachteile. Kredite sind zwar teilweise so billig wie nie, dafür explodiert der Immobilien Markt und Geld sparen lohnt sich nicht mehr. Letzteres ist ein wichtiger Grund, warum wieder Kontoführungsgebühren eingeführt werden. Kommt es in der Tagesabrechnung bei einer Bank zu einem Überschuss, wird dieser bei der EZB gelagert. Früher gab es dafür Zinsen. Mittlerweile wird ein Strafzins erhoben. Statt Geld zu bekommen, verlieren die Banken also bei Überschüssen Geld. Das ist nun eine sehr vereinfachte Darstellung, um nicht langwierig ins Detail zu gehen. Fakt ist jedoch, solange die Zinsen historisch niedrig bleiben, werden Kontoführungsgebühren weiterhin Realität bleiben. Vielleicht ist es auch ganz gut, das wir dadurch wieder lernen können, das alles seinen Preis hat.

Lohnt sich ein Kontowechsel

Das muss im Einzelfall beurteilt werden. Mit dem obigen Girokontovergleich lässt sich ein guter Marktüberblick erzielen. Dabei ist das immer eine kurzzeitige Bestandsaufnahme, die sich aber täglich verändern kann. Banken, die aktuell noch keine Kontoführungsgebühren eingeführt oder angehoben haben, werden dieses vermutlich in den nächsten Monaten durchführen. Mit einem Wechsel verschieben Sie unter Umständen nur das eigentliche Problem.

Halten sich die Kontoführungsgebühren in einem normalen und fairen Rahmen, raten wir von einem Wechsel rein wegen den Gebühren ab. Anders verhält sich das, wenn die Gebühren oder Konditionen drastisch erhöht wurden. In diesem Fall kann ein Wechsel wegen den Kontoführungsgebühren durchaus Sinn machen. Generell sollte das jedoch immer in jedem Einzelfall geprüft werden.